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Test bestanden

Ministerialrat weiht Biomasse-Heizkraftwerk feierlich ein

Keine BeschreibungRund vier Monate haben die Experten der Biokraftgesellschaft Moers/Dinslaken (Biokraft) das neue Biomasse-Heizkraftwerk (BMHKW) im Technologiepark Eurotec auf Herz und Nieren geprüft. Am gestrigen Montag weihte der eigens aus Düsseldorf angereiste Leiter der Gruppe Energie- und Klimaschutzstrategien aus dem Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Heinz Baues, eine der derzeit umweltschonendsten Strom- und Wärmeproduktionsstätten am Niederrhein feierlich ein. Er betonte in seiner Laudatio ebenso wie der Moerser Bürgermeister Norbert Ballhaus und seine Dinslakener Amtskollegin Sabine Weiss, dass das BMHKW aktuell ein Paradebeispiel für saubere Energiegewinnung und interkommunale Zusammenarbeit sei: „Das Kraftwerk hat Symbolkraft. Es steht für mehr Unabhängigkeit kleinerer Stadtwerke im Wettbewerb um Strom- und Wärmekunden und ist dabei ein wertvoller Beitrag für die umweltschonende Energiewandlung vor Ort", so Ministerialrat Dr. Baues.

Neue ersetzt alte Energie

Das Kraftwerk ist aber auch ein positives Signal für den Keine Beschreibung
ehemaligen Bergbaustandort Rheinpreußen. Daran ließ das Moerser Stadtoberhaupt Norbert Ballhaus keinen Zweifel: „Nach 19 Jahren kehrt die Energiegewinnung in das traditionsreiche Eurotec zurück." Der Bürgermeister ist froh, dass hier nun das letzte große Filetstück vermarktet ist. Dort, wo die Zeche Rheinpreussen bis 1990 Steinkohle förderte, werden auf einem 18000 Quadratmeter großen Areal aus nachwachsenden Rohstoffen, den sogenannten Nawaros, Strom und Wärme gewonnen. Damit kann die Biokraft rund 5.300 Haushalte mit Strom und 3.200 Häusern Wärme für Heizung und warmes Wasser beliefern. Rund 12 Millionen Euro haben die zu gleichen Teilen beteiligten Partner, Stadtwerke Dinslaken und Energie Wasser Niederrhein, seit Anfang 2008 investiert und so ihr Energiebeschaffungsportfolio um ein ökologisches Projekt ergänzt.

Strom und Wärme aus einer Anlage

Keine BeschreibungIn der Tat zeichnete sich das BMHKW bereits in der Testphase durch seine enorme Effizienz aus. „Es arbeitet als so genannte Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage, kann also sowohl die über heißen Wasserdampf anfallende Wärme nutzen als auch die thermische Energie über eine Turbine in Strom umwandeln", verweist der technische Biokraft-Geschäfts-führer Arno Gedigk auf hohe Wirkungsgrade. Hinzu kommt, dass die Biokraft nur Landschaftspflegehölzer verbrennt. Und dies geschieht laut Gedigk Kohlendioxid(CO2)-neutral. Heißt: Bei der Verbrennung wird nur soviel CO2 freigesetzt, wie Bäume und Sträucher in früheren Zeiten aufgenommen haben. „Im Vergleich zum bundesdeutschen Strommix sparen wir mit dieser Anlage jährlich rund 17000 Tonnen Co2 ein." Das macht das Kraftwerk auch wirtschaftlich interessant: „Die Anlage wird über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert", sieht Manuela Kemper-Wibelitz als kaufmännische Geschäftsführerin der Biokraft den Absatzpreis daher für die nächsten 20 Jahre gesichert. So besticht die Anlage durch ihre Umwelteigenschaften. Für Bürger wird nach der Rauchgasreinigung aus dem Schornstein des BMHKW lediglich eine Wasserdampffahne sichtbar. Der Emissionswert für Staub liegt unter dem gesetzlichen Richtwert von 20 mg/m³. Zuständige Behörden können den Betrieb dabei dauerhaft überwachen. „Dieser ist somit transparent, Grenzwerte werden sicher eingehalten", verspricht Gedigk. Und auch der Schallpegel wird sich in einem für Gewerbegebiete unter den Grenzwerten liegenden Pegel halten.

Frisches Holz aus der Region

Die seit Ende Januar laufende Testphase deutet an, dass das BMHKW der Biokraft noch viel Freude machen wird. „Die Anlage funktioniert reibungslos. Wir haben lediglich Feineinstellungen vornehmen müssen", betont Kemper-Wibelitz, dass die Biokraft von der Erfahrung der Stadtwerke Dinslaken aus anderen baugleichen Projekten profitiere. „Es läuft alles wie geplant, auch bei der Holzlieferung." Knapp 40 000 Tonnen Nawaros werden jährlich verfeuert. 90 Prozent davon deckt die Biokraft aus einem Vertrag mit einer auf Holzeinkauf spezialisierten Einkaufsgesellschaft. Für Kemper-Wibelitz zudem entscheidend: „Die restlichen zehn Prozent der Brennstoffe akquirieren wir sogar als Strauchschnitt direkt vor der Haustüre, über die Servicebetriebe der Städte Moers und Neukirchen-Vluyn."

Kennenlerntag

Am 20. Juni 2009 will die Biokraft auch Nachbarn und allen interessierten Niederrheinern zeigen, wie wirtschaftlich die Biokraft Strom und Wärme produziert. Zwischen 11 und 16 Uhr gibt es dazu im 30-Minutentakt Führungen. Dazu müssten sich interessierte Bürger allerdings unter der Rufnummer 02841 104105 anmelden. Weitere Informationen zum Moerser Biomasse-Heizkraftwerk gibt es unter http://www.biokraft-moers.de/.

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