Kesseltaufe am Frischholz-Heizkraftwerk
Eines der derzeit größten städteübergreifenden Bauobjekte der Region macht weitere Fortschritte. Bereits vier Monate nach der Grundsteinlegung des Frischholz-Heizkraftwerkes (FHKW) konnten die Bauherren jetzt im Moerser Technologiepark Eurotec die so genannte Kesseltaufe feiern. Diese Zeremonie, die dem Richtfest eines Wohngebäudes ähnelt, nahm der Anlagenbauer Weiss vor. Das Herzstück des Heizkraftwerkes erhielt dabei traditionell den Namen des Bauherrn. „In diesem Fall heißt der Kessel somit „Manuela", freut sich Manuela Kemper-Wibelitz als kaufmännische Geschäftsführerin der Biokraftgesellschaft Moers/Dinslaken, sich in der Anlage verewigt zu haben.
Gemeinsamer Weg
Die Biokraftgesellschaft Moers/Dinslaken ist aus einer Kooperation der Energie Wasser Niederrhein (ENNI) und der Stadtwerke Dinslaken (SWD) im Jahre 2007 hervorgegangen. Die Partner verfolgen damit das Ziel, den Unternehmen mit einer jeweils 50-prozentigen Beteiligung den Einstieg in die ökologische Stromproduktion zu ermöglichen und dadurch die Wettbewerbsituation im Energiemarkt weiter zu stärken. So blickt auch Arno Gedigk als der beteiligte technische Geschäftsführer zufrieden auf den momentanen Baufortschritt. „Wir liegen voll im Zeitplan, der Rohbau steht, die Inbetriebnahme rückt in Sichtweite."
Produktionsbeginn rückt näher
In der Tat läuft derzeit alles nach Plan. Die Baufirmen konnten nach der Grundstein- und Fundamentslegung zügig die rund 21 Meter hohe Gebäudehülle errichten. In dieses Skelett fädelten sie erst kürzlich den so genannten Druckbehälter mit seinen 70 Tonnen Gesamtgewicht ein. „Mit der Montage der Trommel ist die endgültige Bauhöhe der Feuerungsanlage nun erreicht." Hier befinden sich während des zukünftigen Betriebes der Kesselanlage Wasser und so genannter Sattdampf. Dieser wird dort abgezogen und auf 485 Grad Celsius überhitzt. Der entstehende hohe Druck treibt die Turbine an. Schon bald soll der für den so genannten Kraft-Wärme-Kopplungsprozess benötigte Dampferzeuger montiert sein. „Nach der Druckprobe können wir die Anlage bereits Anfang 2009 in Betrieb nehmen", so Gedigk. Auf dem rund 18.000 Quadratmeter großen Areal des Eurotec-Geländes steht dann eine der aktuell modernsten Strom- und Wärmeproduktionsstätten am Niederrhein. Rund 18.750 Megawattstunden Strom und 63.750 Megawattstunden Wärme produzieren die beiden lokalen Energieanbieter dann jährlich. „Damit können wir rund 5.300 Haushalte mit Strom sowie 3.200 Häuser beheizen und mit warmem Wasser beliefern", so Kemper-Wibelitz.
Ökologisch sinnvoll
Knapp 40.000 Tonnen Frischholz werden zukünftig jährlich verfeuert. Den Großteil deckt die Biokraft aus einem Vertrag mit einer auf Holzeinkauf spezialisierten Einkaufsgesellschaft. Das Funktionsprinzip dieses Anlagentyps wird übrigens vom Gesetzgeber gefördert. „Wegen der Umweltvorteile genehmigte die Bezirksregierung Düsseldorf den Bau und Betrieb in einem so genannten vereinfachten Verfahren", verweist Kemper-Wibelitz auf die umweltschonenden Eigenschaften dieses Kraftwerkstyps. Weiterer Beweis: „Eine Umweltverträglichkeitsprüfung entfiel nach einer standortbezogenen Vorprüfung gänzlich." Auch wirtschaftlich ist das Kraftwerk interessant. Es wird über das so genannte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert.
Weitere Informationen zum Moerser Fischholz-Heizkraftwerk erhalten Sie auf diesen Internetseiten.

